Spanische Lehrkräfte am Berufskolleg Lübbecke sind begeistert vom dualen Ausbildungssystem

Manuel Vidal und Agustín Casado Pajares waren im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ für vier Tage zu Gast am Berufskolleg Lübbecke, um Perspektiven für den Aufbau einer Partnerschaft zwischen dem Berufskolleg Lübbecke und dem IES Trinidad Arroyo in Palencia/Spanien (einer weiterführenden Schule mit Berufsausbildung) zu entwickeln. Dabei hospitierten die beiden in verschiedenen Bildungsgängen des Berufskollegs an den Standorten Lübbecke und Espelkamp.

Was ist Erasmus+ und warum nehmen Sie an diesem Programm teil?

Erasmus+ ist ein EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport, das das Ziel verfolgt, den internationalen Austausch zwischen den Schulen zu fördern und von der EU subventioniert wird. Wir möchten unsere Schülerinnen und Schüler dazu animieren, ins Ausland zu gehen, damit sie die Gelegenheit bekommen, ihre Sprachkenntnisse zu perfektionieren und die Kultur eines anderen Landes kennenzulernen. Außerdem sind wir nach Deutschland gekommen, um Einsicht in das deutsche Schul- und Ausbildungssystem zu bekommen und den Unterricht an einem deutschen Berufskolleg kennenzulernen.

Was hat Sie am Berufskolleg Lübbecke beeindruckt?

Uns sind vor allem die moderne technische Ausstattung des Berufskollegs und die großen Klassenzimmer aufgefallen. Außerdem läuft der Unterricht in Deutschland anders ab. Bei euch werden die Schülerinnen und Schüler stärker in den Unterricht eingebunden als in Spanien. Dort findet vorwiegend Frontalunterricht statt und der Lehrer hat einen höheren Redeanteil.

Welche Unterschiede gibt es zwischen der Berufsausbildung in Spanien und in Deutschland?

In Spanien dauert die Berufsausbildung zwei Jahre und sie findet hauptsächlich in der Schule statt. Neben vollschulischen Ausbildungsberufen gibt es auch Ausbildungsberufe, in denen die Auszubildenden im 3. Trimester des 2. Ausbildungsjahres für einige Wochen in einer Firma arbeiten. Im Gegensatz zu den Auszubildenden in Deutschland werden sie aber dafür nicht entlohnt.

Könnte man auch einige Bestandteile des dualen Systems auf Spanien übertragen?

Momentan wird die Berufsausbildung in Spanien etwas verändert. Die Auszubildenden sollen jetzt auch, wie in Deutschland, für ihre Arbeit entlohnt werden.

Ich danke Ihnen für das Interview!

Wir bedanken uns auch bei Ihnen und Ihren Kollegen, die uns am Leben der Schulgemeinschaft haben teilhaben lassen. Es war uns eine Freude, Sie alle kennenzulernen. Wir sind davon überzeugt, dass wir auch für die Zukunft Wege finden, um miteinander zu kooperieren.

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